Der Nagelpilz in all seinen Facetten

Der Nagelpilz (auch Onychomykose genannt) ist eine Erkrankung der Nägel, die Menschen auf der ganzen Welt betreffen. Man schätzt, dass in Deutschland ca. 10 % der gesamten Bevölkerung an Nagelpilz leiden. In den meisten Fällen handelt es sich um ältere Menschen, Man nennt Nagelpilz auch die Sportlerfuß-Krankheit und sie ist insbesondere bei Fußballern bekannt.

Finger und/oder Fußnägel befallen können vom Nagelpilz befallen sein. Doch zunächst gilt es zu klären, wie man sich einen Nagelpilz „einfängt“.

Was begünstigt es, an Nagelpilz zu erkranken?angst-vor-nagelpilz

Warme und feuchte Orte

Die Pilze lieben feuchtwarme Umgebung, beispielsweise schwitzige Füße durch Turnschuhe, wo die Wärme und Feuchtigkeit nicht nach außen abgeleitet werden kann.

Unbehandelter Fußpilz

Ganz häufig entsteht ein Nagelpilz aus einem unbehandelten Fußpilz. In öffentlichen Schwimmbädern. Gemeinschaftlich genutzten Duschen, öffentlichen Umkleidekabinen, Saunen oder Fitnessstudios kann man sich mit Pilzen anstecken. Da der Nagelpilz durch Pilzsporen auf der Haut entsteht, kann es sein, dass über all dort, wo Menschen barfuß gehen, sich auch Pilzsporen befinden.

Gefährdete Personen

Menschen mit chronischen Krankheiten wie Diabetes mellitus oder eine arterielle Verschlußkrankheit verfügen über eine geringere Widerstandsfähigkeit ihrer Haut. Auch wenn das Immunsystem geschwächt ist, kann sich der Nagel leichter mit Pilzen anstecken. Dies ist beispielsweise bei einer Therapie mit Antibiotika oder Cortisol der Fall. Ebenfalls HIV-Patienten müssen gut auf sich achten.

Vitamin-, Zink- oder Folsäuremangel führt zu weichen und brüchigen Nägeln.

Welche Symptome treten bei Nagelpilz auf?

Meist kann man den Nagelpilz direkt erkennen. Der Nagel ist dann weißlich, gelblich bis bräunlich verfärbt und die Nagelplatte hat sich verdickt. Manchmal hat sich auch das Nagelbett entzündet und der Nagel ist brüchig und splittert teilweise sogar ab. In der Regel beginnt die Erkrankung am vorderen Rand des Nagels und breitet sich von dort über den gesamten Nagel aus. Darüberhinaus ist zuerst die Großzehe betroffen. Wird er schnell behandelt, bleibt er auch auf diese beschränkt. Unbehandelt breitet er sich allmählich über alle Nägel aus

Einen Hautarzt oder Podologen sollte man dann aufsuchen, wenn die Veränderungen des Nagels über einen längeren Zeitraum bestehen bleiben.

Untersuchung und Diagnose

Bei der körperlichen Untersuchung schaut sich der Arzt den befallenen Nagel genauer an. Dabei prüft der Facharzt außerdem, ob es sich tatsächlich um einen Nagelpilz handelt. Bei Verdacht auf einen Nagelpilz wird der Arzt den betroffenen Nagel kürzen und das Nagelmaterial ins Labor zur Begutachtung schicken. Im Labor wird eine Pilzkultur anlegt und die Art des Pilzes bestimmt. Mit dem Ergebnis kann dann die Therapie beginnen.

Was sind das denn für Pilze?

Drei Pilzarten sind die Verursacher von Nagelpilz:

  • Fadenpilze
  • Schimmelpilze
  • Hefepilze

Behandlung und Therapieformen

Der Spezialist unterscheidet bei der Wahl der Therapie nach Befall der Nägel. Bei leichten Fällen erfolgt die örtliche Behandlung mit einem medizinischen Nagellack. Voraussetzung ist, dass höchstens 50 Prozent der Nagelplatte verpilzt sind, die Nagelwurzel pilzfrei ist und nicht mehr als drei Nägel betroffen sind.

ein-neuer-weg-gegen-nagelpilz

Wie funktioniert die lokale Therapie von Nagelpilz?

Für die Nagelpilz-Behandlung gibt es medizinische Speziallacke aus der Apotheke. Dabei wird unterscheidet man zwischen    wasserlöslichen und wasserfesten Anti-Pilz-Lacken.

Bei den meisten wasserfesten Lacken müssen die Nägel dünngefeilt werden und vor dem erneuten Auftragen zunächst Nagellackentferner den alten Lack entfernen. Wasserlösliche Anti-Pilz-Nagellacke sind deutlich einfacher in der Anwendung. Sie werden nur aufgetragen und feilen etc. ist nicht nötig. Diese Lacke sind meist rezeptfrei in Apotheken erhältlich.

In schweren Nagelpilz-Fällen helfen Antipilz-Tabletten

Die Tabletten-Therapie muss vom Arzt angeordnet werden. Die Wirkstoffe werden über das Blut transportiert und greifen den Pilz sozusagen von innen an. Die Behandlungsdauer beträgt laut www.nagelpilz-hilfe.net/behandlung/ in der Regel mehrere Monate. Der Nagelpilz-Erreger bestimmt, welcher Medikamenten-Wirkstoff ausgewählt wird. Oftmals kombinieren die Ärzte innerliche und äußerliche Behandlung. Dies hat den Vorteil, dass der Nagelpilz schneller wieder verschwindet. Parallel zur Tabletteneinnahme ist der Arzt verpflichtet, die Blutwerte der Leber zu kontrollieren. Auch können die Tabletten Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen oder Magen-Darm-Beschwerden verursachen.

Bis die Nägel von dem Pilz befreit sind, können mehrere Monate oder sogar ein Jahr oder mehr vergehen. Wichtig ist dabei, dass die Therapie konsequent durchgeführt wird. Auch wenn keine deutlichen Symptome mehr vorhanden sind, darf die Therapie nicht abgebrochen werden. Es können sich immer noch Pilzsporen auf der Haut befinden und so zu einem erneuten Ausbruch von Nagelpilz führen.

Helfen auch homöopathische Mittelchen?

Möglicherweise helfen auch homöopathische Präparate mit folgenden Wirkstoffen

Alternativ kann man die folgenden Schüssler-Salze einsetzen:

Hausmittel

Auch haben sich schon Hausmittel wie auf www.nagelpilz-hilfe.net/hausmittel/ bei den Menschen bewährt. Essig, Teebaumöl, Eigenurin, Salbei, Eichenrinde sind die Mittel der Wahl. Natürlich sollte man selbst von der Wirkung überzeugt sein, dafür und es gibt auch Menschen, die durch Hausmittel von ihrem Nagelpilz befreit wurden. Wissenschaftlich belegt ist dies allerdings nicht.

Nagelpilz: Krankheitsverlauf und Prognose

Fingernagelpilz heilt meist schneller aus, als ein Nagelpilz der Zehen. Wie gut und in welchem Zeitraum er abheilt, richtet sich in zuallererst danach, ob und wie schnell die Nagelerkrankung behandelt wird.

Vorbeugung

Auf die Füße achten! Wer sich regelmäßig um seine Füße kümmert, die Socken täglich wechselt und Badeschuhe in öffentlichen Schwimmbädern trägt, hat bereits ein erheblich geringeres Risiko, an Nagelpilz zu erkranken.

Was hilft nicht wirklich?

  • Verpilzte Nägel ausreißen
  • Wirkung von Laser gegen Nagelpilz ist noch unbewiesen. Die Lasertherapie ist eine (IGeL)-Leistung und muss von Kassenpatienten aus eigener Tasche gezahlt werden.

Fazit:

Generell gilt: je früher die Behandlung beginnt, desto besser. Denn ohne Therapie bildet sich Nagelpilz nicht wieder zurück. Er breitet sich langsam aus und wird chronisch.